Das 6610 von Nokia steht seit über einem Jahr in den Shops und macht immer noch eine gute Figur. Sein Nachfolger 6610i bietet zudem eine integrierte Digicam. Zeitgemäße Kosmetik oder nur Spielerei.
Auf den ersten Blick gibt es keine Unterschiede zwischen dem 6610 mit und ohne „i“. So hat Nokia beim Gehäuse- und Tastendesign des Mini Handy nichts verändert. Bis auf die Rückwand, hier steckt jetzt eine Kameralinse.
Nokia liefert die Neuauflage für nur 239 Euro aus, ein attraktiver Preis. Das 6610 steht noch für 329 Euro auf der Herstellerliste. Ist das neue 6610 Kamera-Handy ein echtes Schnäppchen.
Ausstattung: Digicam für den kleinen Foto-Spaß
Kleine Ernüchterung vorweg, das 6610i schießt Fotos maximal in CIF-Qualität (352 x 288 Pixel) mehr ist für den Preis von knapp 240 Euro vermutlich nicht drin.
Kamera
Wie auch bei den meisten CIF-Kameras ist beim 6610i die Qualität der Aufnahmen nicht gerade berauschend. Die langsame Auslösezeit mindert ebenfalls den Fotospaß und zudem reagiert das Display als Sucher bei schnellen Bewegungen äußerst träge. Dennoch bietet das 6610i einen gut funktionierenden Nachtmodus, für Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen und einen Selbstauslöser mit zehn Sekunden Verzögerungszeit.
Das 6610i kann die in einem Galerieordner gespeicherten Fotos wie in einer kleinen Diashow wiedergeben, was auch für Grafiken und Töne gilt. Jede Aufnahme wird einige Sekunden lang angezeigt, bevor es weiter geht. Dazu gibt es verschiedene Optionen zur Nachbearbeitung abgelegter Bilder, so daß Sie die Fotos in den richtigen Rahmen setzen können.
Speicher
Das 6610i besitzt jetzt etwa vier Megabyte dynamischen Speicher. Das ist für ein Kamera-Handy dieser Klasse ganz ordentlich, auch wenn der Platz von mehreren Anwendungen, wie zum Beispiel Fotos, MMS, Klingeltöne, Java-Games genutzt wird. Zum Vergleich, das 6610 besitzt nur 725 Kilobyte.
Telefon- und Datenfunktionen
Die restlichen Änderungen bei der i-Version werden selbst 6610 Kenner kaum bemerken. Multimedianachrichten (MMS) können jetzt neben Bild und Text auch einen Sound enthalten, allerdings dürfen sie wie beim Vorgänger nicht größer als 45 KByte sein.
Zudem erlaubt das 6610i nun den Gruppenversand von Nachrichten, bietet eine Brieftaschenfunktion und einen Browser, der auch WAP-Seiten im xHTML-Format anzeigen kann. Ansonsten gibt es vom integriertem Radio bis zum schnellen Datentransfer per HSCSD das gesamte 6610 Angebot.
Reichlich Ausdauer
Nur zwei Gramm mehr als der Vorgänger wiegt das smarte 6610i, mit 87 Gramm trotz integrierter Digicam und ist mit 106 x 45 x 19 Millimetern nur einen Millimeter dicker.
Ebenfalls beim Display sind die Unterschiede minimal. Im Akkutest hebt sich das i-Modell allerdings deutlich vom Vorgänger ab.
Display und Akku
Auch der 6610i Nutzer muss sich mit einem 4.096-Farbendisplay zufrieden geben. Die Darstellungen wirken heller und kontrastreicher, trotz identischer Daten (128 x 128 Pixel, 27 x 27 Millimeter) bei der Neuauflage.
Beim Akkubetrieb hält das 6610i beachtliche 3:35 Stunden durch, eine Stunde länger als der Vorgänger. Die Herstellerangabe ist mit 3:30 Stunden fast identisch. Für die Sprechzeit gibt Nokia bei der i-Version 432 Stunden an.
Verarbeitung, Tastatur
Hier gibt es eigentlich nicht zu meckern. Das 6610i wirkt gut verarbeitet und mit den Tasten können Sie flott tippen. Auch die Vier-Wege-Taste quietscht bei der Bedienung nicht mehr, was beim Vorgänger bemängeln wurde. Allerdings fällt die Tastenbeleuchtung bei Schummerlicht immer noch zu schwach aus, da hätte Nokia ruhig nachbessern können.
Benutzerführung
Das 6610i zeigt sein Menü in zwei Varianten an, als Liste oder in Gitterform beim Farb-Display. Die Nutzer können den rechten Softkey für den Schnellzugriff auf die in den Favoriten abgelegten Menüpunkte verwenden, das ermöglicht den schnelleren Zugriff auf häufig genutzte Funktionen. Ansonsten wird weiterhin die straffe und eingängige Menüstruktur verwendet, mit der auch Nokianeulinge schnell zu Recht kommen.
Akustik
Bei der Verständlichkeit gab es mit dem 6610i keine Probleme. Dafür haperte es an der Klangqualität, für das permanente Rauschen im Hintergrund gab es ebenfalls Minus. Hier lieferte der smarte Finne nur durchschnittliche Ergebnisse. Ein weiteres Manko waren die vielen Aussetzer beim Gegensprechen das beanstandete der Handybesitzer nur beim integrierten Freisprecher, der sich sonst als praxistauglich erwies.
Ergebnis
Mit wenigen Kniffen hat Nokia sein immer noch recht gutes 6610 verbessert. Doch trotz Digicam und mehr Speicher kann das 6610i den Top-Handys nicht gefährlich werden.
Trotzdem, das 6610i schießt nur Bilder in CIF Format (352 x 288 Pixel). Auch das MMS Angebot und das Display bieten bei anderen Kamerahandys mehr. Dennoch zahlen sich die Neuerungen aus, zumal Nokia ins i-Modell das insgesamt ansehnliche Angebot an Telefon- und Datenfunktionen des 6610 Vorgänger gesteckt hat und weder bei der Menüfuhrung oder der Verarbeitung gespart wurde.
Der Kampfpreis ist entscheidend, Nokia verlangt fürs i-Modell nur knapp 240.-€. Das 6610 steht derzeit noch mit ca. 330.- € im Katalog. Mit dem günstigen Preis ist das 6610i eine seriöse Alternative zum ähnlich, aber mit weniger Speicher ausgestatteten Nokia 3200, das ca. 210.-€ kostet.