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Sony Ericsson K700i

Das prall gefüllte K700i tritt als legitimer Nachfolger des T610 ein schweres Erbe an. Denn mit dem Kamera-Knüller hat Sony Ericsson in der vergangenen Handy-Saison die Konkurrenz zittern lassen. Ob's mit der Neuauflage erneut klappt, zeigt unser Test.
Schickes Design, eine umfangreiche Ausstattung inklusive Cam und Bluetooth sowie ein fairer Preis - damit überzeugte Sony Ericssons T610. Als im Detail aufgemotzte Alternative gibt es zudem seit wenigen Monaten das T630.

Das Konzept für das K700i, ursprünglich als K700 angekündigt, ist klar: Sony Ericsson schließt beim Nachfolger die letzten Lücken bei der Ausstattung und optimiert die Menüführung. Aber wie sieht das im Detail aus? Kann das K700i mit VGA-Kamera, MP3-Player und Riesenspeicher ähnlich erfolgreich werden wie sein Vorgänger - auch im Ranking?

Ausstattung: Bessere Kamera, mehr Speicher
Die spektakulären Neuerungen fehlen, dennoch hängt das K700i seinen Vorgänger um Längen ab und imponiert auch ohne eingebaute Megapixel-Kamera. Zumal Sie auch auf große Fotos nicht ganz verzichten müssen.
Fotos und Videos
Im K700i steckt eine VGA-Cam (640 x 480 Pixel), die für ein Foto-Handy dieser Klasse ordentliche Ergebnisse liefert. Der Clou: Über die Bildgrößen-Option "Vergrößert" können Sie auch Fotos in Megapixel-Größe schießen. Okay, hier wird zwar per Interpolation geschummelt, und die Qualität reicht nicht an die der echten Megapixel-Phones heran. Doch die Aufnahmen (1.280 x 960 Pixel) sind durchaus ansehnlich.
Die Länge der Videofilme begrenzt beim K700i der verfügbare Speicher, für den mehrseitigen MMS-Versand gibt's eine Extra-Einstellung. Leider reagiert das Display beim Video-Dreh auf schnelle Bewegungen zu langsam, hier stören Ruckel-Effekte. Eine kräftige LED, eingebaut neben der Kamera-Linse, sorgt im Nahbereich für Licht. Allerdings liefert das Extra wie der Nachtmodus eher bedingt taugliche Ergebnisse, der Helligkeitsregler überzeugt da mehr.
Sony Ericsson hat wie beim T610 und T630 den Auslöser sowie den Kipp-Schalter zur Steuerung der Helligkeit wieder so angebracht, dass Sie das Handy wie eine Digicam halten können.
Speicher und mehr Unterhaltung
Super, das K700i spielt sogar Ihre Lieblings-MP3s ab. Aber trotz des dicken Speichers von 41 MByte (39 MByte waren bei unserem Testgerät frei) sind dem Musik-Spaß Grenzen gesetzt. Die speicherintensiven MP3s füllen den Platz schnell. Zudem nutzen auch andere Anwendungen wie Fotos, Videos, Java-Games (Version MIDP 2.0) oder SMS den Speicher. Ein Wechselspeicher wäre da eigentlich Pflicht. Für MP3-Klingeltöne reicht’s aber allemal. 40 stimmige MIDI-Töne oder AMR-Dateien signalisieren ebenfalls Anrufe. Die umfangreichen Daten organisiert der neue File-Manager.

Für mehr Musik-Genuss sorgt als weiteres Extra das Radio mit 20 Senderspeichern.
Telefon- und Datenfunktionen
Auch bei den klassischen Handy-Funktionen hat der Hersteller nachgebessert: Das K700i speichert endlich auch echte Postadressen. Dem Profi wird der Telefonbuch-Speicher mit Platz für 510 Rufnummern allerdings immer noch zu wenig sein. Alle anderen Angaben, etwa weitere 500, werden im dynamischen Speicher verwaltet.

Bei den Datenfunktionen gibt's das volle Programm. Sogar Anhänge unterstützt der E-Mail-Client des K700i. Ein weiteres Plus: Fotos, Videos oder MP3s können Sie mühelos auch ohne beiliegende Software kabellos zwischen Handy und PC austauschen.

Wie lange das dauert? Ein Beispiel: Für den Transfer eines etwa 2,8 MByte großen Sound-Files benötigte unser Testmodell per Bluetooth knapp zwei Minuten, per Infrarot allerdings sieben Minuten. Der Outlook-Abgleich klappte ebenfalls auf Anhieb, der Modem-Einsatz erst nach einigen Versuchen. Ein Datenkabel hat Sony Ericsson leider nicht ins Paket gelegt.
Leider aus Plastik: die Tastatur-Abdeckung
Leider aus Plastik: die Tastatur-Abdeckung
Abgerundet
Auf den kantigen Sony-Ericsson-Stil müssen Sie beim K700i verzichten. Im Vergleich zu den Vorgängern setzt der Hersteller mehr auf runde Formen. Das griffige Format bleibt aber erhalten.

Maße, Display, Akku

Dass sich Funktionsvielfalt und eine handliche Hülle heutzutage nicht mehr ausschließen, stellt das K700i unter Beweis. Mit 99,5 x 47 x 22 Millimetern und 95 Gramm bietet es ähnlich smarte Maße wie die Modelle T610 und T630. Das reflektive TFT-Display wirkt zwar größer als beim T630. Doch das täuscht: An der Display-Fläche selbst (29 x 36 Millimeter) hat sich nichts Wesentliches geändert. Allerdings besteht die Anzeige beim K700i aus 176 x 220 statt 128 x 160 Pixel. Durch die höhere Auflösung wirkt alles detailreicher und großzügiger.
Bei den Akku-Werten gibt der Hersteller ansehnliche 300 Stunden Stand-by-Zeit oder satte sieben Stunden Sprechzeit an. Umso mehr enttäuschte unser Test-Ergebnis: Gerade mal 2:28 Stunden hielt das K700i bei maximaler Sendeleistung durch.
Verarbeitung, Tastatur
Das sandgestrahlte Aluminium auf der Rückseite verleiht dem kompakten K700i einen hochwertigen Touch. Die Anschlüsse unten am Gerät werden durch eine schwarze Gummi-Abdeckung geschützt. Dass sich der Akkudeckel bei unserem Testgerät leicht bewegen ließ, störte beim Handling nicht. Warum Sony Ericsson dem Kamera-Handy allerdings eine billig wirkende Tasten-Abdeckung aus Plastik verpasst hat, bleibt uns unverständlich.
Überhaupt sollte der Hersteller etwas mehr Herzblut in die Tastatur fließen lassen. Die Tasten sind zwar gut beleuchtet, wackeln aber und reagieren nicht ganz optimal. Vor allem der Joystick erwies sich im Test als extrem kurz. So landeten wir beim Navigieren oft in den falschen Menüs. Und die Knipserei im Querformat geht keineswegs leichter von der Hand, wie Sony Ericsson behauptet? Zumal die Beschreibung der Softkeys beim Fotografieren senkrecht steht.
Eingängig: In den Menüs wird senkrecht und waagrecht navigiert.
Eingängig: In den Menüs wird senkrecht und waagrecht navigiert.
Bedienung
Mit der Benutzerführung des K700i kommen auch Sony-Ericsson-Neulinge nach kurzer Eingewöhnung schnell klar. Die zwölf Menüpunkte passen wie bei den Vorgängern auf das hoch auflösende Display. Dabei hat Sony Ericsson etwas an der Eleganz der Icons gefeilt. Etwas tiefer im Menü finden sich praktische Neuerungen: Die Punkte lassen sich jetzt in zwei Dimensionen durchnavigieren. Senkrecht scrollen Sie zum Beispiel durch die Kontakte. Sobald Sie den Joystick nach rechts drücken, gelangen Sie zu einzelnen Nummern, die dem Kontakt zugeordnet sind. Teilweise werden bestimmte Einstellungen in einer Vorschau angezeigt. So sparen Sie sich den Weg in die tiefsten Menüebenen.
Um weitere Navi-Klicks zu umgehen, können Sie die Ihrer Ansicht nach wichtigsten vier Features direkt aus dem Stand-by-Modus per Joystick-Bewegung nach rechts, links, oben und unten erreichen. 174 Applikationen stehen Ihnen zur Auswahl! Für den schnellen Zugriff des Kamera-Menüs oder des mobilen Internet gibt's entsprechende Seitentasten. Den Funktionsaufruf per Stimme unterstützt das K700i allerdings nicht, immerhin lassen sich Rufnummern über Sprachanweisungen anwählen.

Akustik

Die Verständlichkeit ist zwar nicht gefährdet, aber gut klingt das K700i am Ohr des Nutzers ebensowenig wie beim Gesprächspartner. Ein leises Rauschen in der Leitung störte im Test zusätzlich. Dafür hielten sich die Aussetzer beim Gegensprechen in Grenzen. Unter diesen litt nur wie zu erwarten die Freisprechfunktion, die sich aber dennoch insgesamt als tauglich erwies.

Fazit: Starker Nachfolger

Das Sony Ericsson T610 räumte in der letzten Handy-Saison gewaltig ab. Ob das K700i ebenfalls ein Verkaufshit wird, bleibt abzuwarten. In der Handy-Oberliga sorgt das Foto-Handy auf jeden Fall für Wirbel - auch ohne Megapixel-Kamera.
Das K700i stellt auf Grund der üppigeren Ausstattung den Vorgänger deutlich in den Schatten: 41 MByte Speicher, die VGA-Kamera mit opulentem Einstellungsmenü und das Radio sorgen für mehr Fun. Dazu gibt es praktische Verbesserungen wie ein Telefonbuch mit Adress-Speicher, und selbst die Menüführung konnte Sony Ericsson optimieren.

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